Handwerkskammer Trier

Handwerkskammer Trier

HWK Trier

Nachhaltigkeit

Das neu zu planende Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Trier verpflichtet sich dem Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit. Gemeint sind damit nicht nur das Bauwerk, sondern auch – im Sinne des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit – ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte. Die Nutzung des Gebäudes ist dabei durch die offene Grundrissgestaltung so flexibel und anpassbar, dass nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft beste Voraussetzungen für Ausbildung, Weiterbildung und Anwendung geboten werden.

Städtebau – Umgebung – Parken

Der Standort ist von wichtigen Verkehrsachsen wie Autobahn und Bahntrasse umgeben. Industrie-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten bilden das bauliche Umfeld. Das dreigeschossige neue BTZ-Gebäude mit einer Höhe von 16m überragt die angrenzenden Nachbargebäude und bildet zusammen mit dem bestehenden Verwaltungsgebäude der HWK eine sichtbare Landmarke. Die Zufahrt und Haupterschließung des Gebäudes erfolgt von der verkehrsberuhigten ‚Auer-von Welsbach-Straße‘. Besucherparkplätze und Parken für Personen mit eingeschränkter Mobilität liegen unmittelbar vor dem Eingang. Weitere Parkplätze befinden sich im nördlich des Gebäudes. Das Gebäude ist allseitig umfahrbar und im Erdgeschoss in den geforderten Bereichen durchfahrbar.

Gebäudebeschreibung Architektur – innere Erschließung

Der Haupteingang markiert sich in der Fassade zur Auer-von-Wels-Straße als deutliche Zäsur. Dahinter ermöglicht eine 3-geschossige zentrale Halle eine leichte Orientierung und bietet eine erste Anlaufstelle/ Empfang. Die vertikale Haupterschließung des Gebäudes erfolgt über eine repräsentative offene Treppe und gegenüberliegende Aufzüge. Von der zentralen Halle erhält man durch großzügige Verglasungen in jedem Geschoss Einblicke in die angrenzenden Fachbereiche und in die horizontalen Erschließungsflure, die den eingeschnittenen Atrium-Lichthof umfassen. Brücken verbinden in den Obergeschossen die beiden Gebäudeteile. Barrierefreiheit ist in allen Geschossen gewährleistet. Weite Stützenabstände von 20m und wenige Fixpunkte (Treppenhäuser, Technikkerne) ermöglichen größtmögliche Flexibilität im Raumkonzept.

Gebäudebeschreibung – Baukonstruktion

Das Gebäude soll als gläserne Bildungsstätte ein Demonstrationsprojekt und Vorbild für ein ganzheitliches Energiekonzept sein. Somit muss es einerseits so flexibel sein, dass es die pädagogischen Anforderungen von heute und morgen bedienen kann.  Andererseits hat das Gebäude aber auch Anforderungen eines zukunftsweisenden Energetischen Bauens Rechnung zu tragen. Als ein wesentlicher Indikator dieses Zieles kann der CO2-Fussabdruck herangezogen werden, da dieser neben dem Energieverbrauch in der Nutzungszeit auch den Herstellungsenergieverbrauch abbildet. Der Baustoff Holz hat dabei einen natürlichen Vorteil und trägt, sinnvoll in Hybridbauweise mit Beton kombiniert, gerade bei großen Spannweiten zur Wirtschaftlichkeit bei.

Das Tragwerk

Vertikallasten: Das rechteckige ca. 63x99m große Gebäude ist streng in ein 2x2m-Raster eingeteilt. 8 inneren Hauptstützen und 16 Außenstützen im 20m-Abstand tragen sämtliche Vertikallasten in den Baugrund ab. Auf den Hauptstützen ruhen in das Deckentragwerk integrierte Unterzüge, welche als Mehrfeldträger in beide Gebäuderichtungen das Decken- und Dachtragwerk aufnehmen. Das Dach- und Deckentragwerk besteht aus einem biaxial gespannten Trägerrost in Holzbauweise mit Furnierschichtplatte. Das Deckentragwerk jedoch ist in Holz-Beton-Verbundbauweise hergestellt, so dass Schall- und Brandschutz gewährleistet sind. Somit können sowohl die Holzbalken des Trägerrostes in Verbundbauweise tragend erzeugt werden wie auch die in das Deckentragwerk integrierten Unterzüge.

Technikintegration

Die Technik im Gebäude soll nicht nur funktionieren, sondern zu Schulungs- und Demonstrationszwecken dienen. Dementsprechend wird die „gläserne Technik“ im Zentrum des Gebäudes angeordnet. Hier befindet sich die Lüftungsanlage für die Werkstätten und die Wärme- und Kälteerzeugung des Gebäudes. Die zentrale Lage im 1.Obergeschoss ermöglicht kurze Leitungswege. Weitere Lüftungsanlagen werden im 2.Obergeschoss platziert. Auch hier wird auf eine zentrale Lage und kurze Kanallängen geachtet. Elektro- und Sprinklerflächen befinden sich im Zwischengeschoss über den Umkleiden im Erdgeschoss.

Fazit

Ganz im Sinn einer nachhaltigen Bauweise, ermöglicht die intelligente Baukonstruktion höchste Flexibilität in der Nutzung. Sie ist einfach, leicht nachvollziehbar und erlaubt Veränderungen. Dadurch werden nicht nur die Betriebskosten im Sinne der DIN 18960, sondern auch Gebäudemanagement- und weitere Nutzungskosten minimiert.

Die starke einprägsame Architektur, kombiniert mit Offenheit und Kommunikation, repräsentiert und verankert die wichtige Stellung des Handwerks in der Gesellschaft.